Dry fruit

Aprikosenernte 2020 beendet

In diesem Jahr sind unsere Aprikosenbäume schon sehr früh abgeerntet! In den vergangenen fast 30 Jahren hatten wir noch keinen so geringen Ertrag an unsren Bäumen. Möglicherweise haben die Bäume mit bald 30 Jahren ihre gute Tragezeit auch hinter sich und wir müssen den Bestand verjüngen. Dies bedeutet dann auch für die nächsten Jahre eine geringere Ernte und damit auch weniger Aprikosen für Sie als Kunde. Zum Glück hatten wir von unserem Nachbarn im letzten Jahr ein Grundstück übernommen, da er schon im fortgeschrittenen Alter ist und niemanden in der Familie seinen Garten übernehmen möchte. Diese neuen Bäume kommen mit ihren ca. 7 Jahren in den Hochertrag und können unsere Verluste etwas ausgleichen. Aber auch unsere Nachbarn haben insgesamt einen geringeren Ertrag, so dass wir auch nur eine geringe Menge der günstigen Aprikosen der Größe 6 und 8 zukaufen können.

Auch in der Türkei hat oder wütet Corona mit etwa gleich vielen Covid 19-Erkrankten wie in Deutschland (die Einwohnerzahl ist vergleichbar). Hier zeigt sich, dass vor allem das dichte Aufeinanderhocken in den großen Städten für eine schnellere Verbreitung sorgt. In den abgelegenen Dörfern kommt Covid 19 kaum vor. So hat unser Cirocay-Tal bisher noch keinen Erkrankten. In der Großstadt Malatya (ca. 700.000 Einwohner) wurden auch wie bei uns in Deutschland Geschäfte und Restaurants zeitweilig geschlossen. Dies bedeutete auch für die 2 Haushaltswaren-Geschäfte von Rabia und Yusuf einen Umsatzeinbruch, den sie leidlich überstehen. Aber noch schlimmer ist, dass die Hochzeitsfeiern verboten wurden. Diese wichtigen gesellschaftlichen Ereignisse mit manchmal bis zu 1000 Gästen und ganzen Dörfern, hat einen ganzen Wirtschaftszweig vertrocknen lassen, da hier noch die Aussteuer einen ganz wichtigen Teilbereich ausmacht. Die Geschäfte von Rabia und Yusuf liefern genau diese Aussteuer für die Hochzeiter!

Die Kinder Elanur, Leyla und Mohammed sind schon seit Februar zuhause, da die Unis und auch Schulen in der Türkei geschlossen wurden. Der Unterricht wurde auch wie bei uns online aufrecht gehalten. Seit Juni gibt es nun für 3 Monate die großen Sommerferien.  Alle setzen große Hoffnung auf eine Impfung damit dieser Corona-Ausnahmezustand bald der Geschichte angehört.

Trotz allem geht das Leben natürlich weiter und der Sommer mit seinen angenehmen Temperaturen lockt uns zum Grillen oder Picknicken nach draußen. Damit Sie alles genießen können erinnern wir Sie an unsere zuckerfreie Curry- oder Feuersoße. Beide sind leckere Dips für alles was gegrillt und gebraten wird.

Diese Woche haben wir wieder Öle gepresst: Aprikosenkernöl, Leinöl, Hanföl sowie Schwarzkümmelöl, immer für Sie frisch!

ACHTUNG: in der heißen Sommerzeit können wir nicht dafür garantieren, dass bestellte Schokolade bei Ihnen im Bestzustand ankommt! Also wenn Sie in dieser heißen Zeit Schokoladiges bestellen, dann denken Sie daran, dass wir Ihnen zwar frisch produzierte Ware liefern, aber in einem heißen Zustellfahrzeug die Schokolade auch warm werden kann und vielleicht danach einen Grauschleier zeigt. Dadurch wird die Schokolade nicht schlecht, aber sieht durch die Kristallisation nicht mehr so aus, wie sie von uns angefertigt wurde. Bitte bestellen Sie nur, wenn Sie dies akzeptieren!

Auf und ab in der Coronazeit

Nach 3 Monaten Lockdown, mit anfangs teilweiser Panik vor dem Unbekannten haben wir uns langsam ans Abstandhalten und die Maske gewöhnt. Die Lockerungen nehmen wir dankbar an und hoffen, dass wir bald Urlaub machen können, und dass kein neuer Lockdown auf uns zukommt!

Für uns war die Anfangsphase im März sehr schwierig. Wir hatten nicht mit den vielen überfallartigen und zum Teil großvolumigen Aufträgen gerechnet, so dass unsere Vorräte nach kurzer Zeit derart schrumpften, dass wir schnell unser Lager auffüllen mussten. Wie häufig in solchen Situationen, stiegen bei den Importeuren die Preise stark an, denn im März stellte sich dazu heraus, dass durch Frosteinbruch in der Osttürkei die Aprikosenernte wohl schlecht ausfallen wird. Die höheren Einkaufspreise haben wir nicht alleine auffangen können, und mussten teilweise die Verkaufspreise anheben. Nun nach den 3 Monaten sind die Bestellungen wieder “normaler” geworden. Unser Lager ist gut gefüllt und wir können wieder bis auf wenige Ausnahmen alle Bestellungen wie gewohnt spätestens am nächsten Tag senden.

Wir haben unsere Ölmühle mehr genutzt und bieten Ihnen jetzt auch Lein- und Hanföl sowie Lein- und Hanfsamen an. Zusätzlich haben wir noch für die Grundversorgung Hülsenfrüchte und Bulgur in unser Programm aufgenommen. Da wir keine süßen Aprikosenkerne mehr importieren konnten, sind wir auf Mandeln umgestiegen.

Durch das Verbot in der EU bittere Aprikosenkerne an den Endverbraucher abzugeben, haben wir auf Aprikosensamen umgestellt und diese importierten Samen sind leider zum größeren Anteil süß gewesen. Das lag einfach daran, dass die Bauern ihre Samen nicht mehr in bittere und süße Kerne sortiert hatten! Nun haben wir wieder Lieferanten gefunden, die nach unseren Vorgaben sortiert haben, und diese gute und bittere Qualität können wir Ihnen ab der 2. Junihälfte anbieten!

Im Euphrattal sind die schweren Erdbebenschäden vom Januar zum großen Teil wieder beseitigt und auch viele Häuser neu gebaut worden oder sind noch in Arbeit. Auch Schäden auf unserer Plantage werden von Yusuf und seinem Helferteam ausgebessert oder auch ganz neu gebaut. Dazu gehören vor allem Stützmauern an Wegen, die wir vor vielen Jahren mit Natursteinen und Lehm und nicht mit Beton gemauert hatten, um Insekten viele Nistmöglichkeiten zu bieten. Die Erde ist allerdings im Euphrattal noch nicht zur Ruhe gekommen und immer wieder gibt es Erdstöße, glücklicherweise ohne größere Schäden anzurichten.

Auch bei uns wird dieses Jahr die Ernte geringer ausfallen, aber wir hatten im letzten Jahr noch einen schönen Garten vom Nachbar dazugekauft, so dass wir hoffen, den geringeren Ertrag durch den Frostschaden im Frühjahr etwas ausgleichen zu können.

Auch in der Türkei sind die Menschen von Corona betroffen. Die Regierung hatte dem Land auch einen zeitweise Lockdown verordnet und so die Situation ähnlich wie bei uns etwas entspannen und lockern können. Bis es aber wieder “normaler” wird, müssen wir noch etwas warten. Doch auch hier sinkt die Erkrankungsrate und wir warten darauf, dass Flüge wieder möglich sein werden. Rabia und Yusuf haben sich aufgeteilt: Rabia ist mit den Kindern in Malatya geblieben und kümmert sich um die zwei Geschäfte. Yusuf ist auf der Plantage und führt die oben beschriebenen Arbeiten durch, und schon in etwa zwei Wochen wird die neue Aprikosenernte beginnen! Die Maulbeeren reifen auch schon.

Trauer im Euphrattal

Liebe Garten Eden Freundinnen und Freunde,

als ich am Freitagabend zum ersten Mal von einem Erdbeben in der Osttürkei erfuhr, war die Befürchtung groß, dass auch wir mit unserer Region betroffen sind! Ein Anruf bei Yusuf bestätigte die Sorge: unser Ciro- Tal liegt ca. 50 km vom Epizentrum entfernt. Zum Glück für uns, war Mohamed mit seiner Familie nicht auf der Plantage und auch Yusuf ist mit Rabia und den Kindern in Malatya. Glücklicherweise ist unser Haus in Malatya erdbebensicher bis zu einer Stärke von 10 erbaut worden. Die Familie war um 21 Uhr im Haus versammelt als das schwere Beben ca. 15 Sek. anhielt. Das Haus wackelte so stark, das das Geschirr aus den Schränken flog und Schränke umfielen, aber glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Die Nachricht aus unserem Tal war allerdings recht traurig: 2 Freunde aus Gökce, ca. 10 km entfernt, sowie 3 Tote in Doganyol, unsere Provinzhauptstadt, sowie viele eingestürzte oder unbewohnbar zerstörte Häuser auch in unmittelbarer Nähe unserer Plantage bei unserem Nachbarn ist das traditionell erbaute Elternhaus zusammengebrochen, sowie das Haus des Neffen von Fischer Mehmet . Auch hier ist glücklicherweise niemand in den Häusern gewesen. Unser Haus auf der Plantage hat nur ein paar kleinere Risse abbekommen und steht noch recht stabil.

Das 3-stöckige Haus von Yusufs Schwester Nürsel ist unbewohnbar und muss abgerissen werden. Jetzt nach 4 Tagen zeigt sich, dass trotz der großen Stärke des Bebens und der vielen zerstörten Häuser doch relativ wenig Opfer zu beklagen sind. Relativ deshalb weil z.B. das Große Beben 1999 in Gölcük nahe Istanbul mit mehr als 18.000 Tote und 50.000 Verletzten eine Riesenkatastrophe war.

Offiziell sind jetzt 41 Tote und mehr als 1.000 Verletzte zu beklagen. Belastend ist es für die Leute, weil noch fast 1.000 Nachbeben kamen und immer noch kommen, darunter auch einige heftige Stöße. Das bedeutet, dass das schwere Trauma auf hohem Niveau anhält!

Wir trauern mit den Menschen und hoffen, dass die Erde sich bald beruhigt und ein Wiederaufbau starten kann, und das Trauma dadurch etwas nachlässt.

Winter 2019/20 IM EUPHRATTAL

Neues von unserem Garten Eden im Euphrattal:

Die Früchte der Ernte 2019 aus unserem Garten sind mittlerweile im Lager angekommen und und warten auf Ihre Bestellung. Die Fruchtqualität der Aprikosen ist recht gut und sie sind groß, schön weich und saftig. Auch die Maulbeeren sind wie gewohnt süß und sehr lecker. Die Haselnüsse sind schon eingetroffen und werden auf Wunsch immer frisch geröstet, können aber natürlich auch roh geordert werden.

Das grüne Frühjahr

Yusuf und Mohamed haben die Plantage schon winterfest gemacht. Die überirdischen Teile der Bewässerungsanlage wurde abgebaut und eingelagert. In unserem Tal gibt es recht viele Wildschweine die großen Schaden an der Bewässerung anrichten können. Je feuchter die Erde, um so mehr Wildschweine graben ungefragt um. Yusuf und Mohammed müssen die Schäden wieder reparieren. Sie versuchen nachts die ungebetenen Gäste mit Schüssen und Lärm zu vertreiben, aber es ist eine Sisyphus-Arbeit! Die Wildschweine sind sehr schlau und kennen die Routine der Arbeit ganz genau, haben gelernt, dass nachts bewässert wird und der Boden dann schön weich ist und welcher Garten morgen Nacht dran ist! In den letzten Jahren sind die Bedingungen für die Wildschweine optimal gelaufen und die Population hat stetig zugenommen. Leider essen Mohamedaner kein Schweinefleisch, so dass von dieser Seite für die Tiere wenig Gefahr droht.

Neues von der Familie

Familie Aydin v. links: Muhammed, Leyla, Yusuf, Rabia, Elanur

Juni 2019 hat Leyla ihr Abitur bestanden. Auch sie ist ehrgeizig und möchte Ihre Punktzahl erhöhen, um das begehrte Fach an der richtigen Universität zu studieren. Elanur studiert in Rize am schwarzen Meer fürs Lehramt und wird in ein paar Jahren die Grundschüler unterrichten. Muhammed ist der Stolz aller und ist seit diesem Jahr in der Mittelschule. Das türkische Schulsystem kennt keine Trennung, sondern reiht sich bis zum Lyzeum aneinander, sofern natürlich die Leistung erbracht wird. Muhammed spielt in seiner Freizeit gerne Fußball   und träumt von einer Fußballkarriere nach Möglichkeit in Deutschland bei seinem Lieblingsverein in Dortmund beim BVB! Vorerst spielt er mit dem Reuss-Trikot in seinem Verein und auf der Straße mit Freunden!

Rabia und Yusuf haben glücklicherweise (Erdbeben!) Ihre alte kleine Wohnung in der Stadt verkauft und eine sehr schöne und  große Doppel-Etage mit großer Dachterrasse erworben. Die andere Wohnung war zu klein geworden und Übernachtungsgäste konnten nicht untergebracht werden. Nun haben sie sogar einen Garten in der Stadt und beide hatten im Sommer/Herbst 19 reichlich eigenes gesundes Gemüse im Garten. Im Winter verströmt ein Kamin Gemütlichkeit und es gibt sogar eine kleine Sauna um sich vom Tagesgeschäft zu regenerieren. Vor allem ist die Wohnsituation entspannt und jeder hat genügend Platz.



Rabias neuer Edel-Laden
Muhammeds Freizeitbeschäftigung

Rabia und Yusuf haben ein weiteres Geschäft mit edlen Haushaltswaren in der Innenstadt von Malatya Ende Dezember 19 eröffnet und hier führt Rabia die Regie!

Edles Geschirr schmückt den neuen Laden

Der Ablauf der Ernte:

Bei ca. 40°C, werden die Aprikosen ab Ende Juni im Schirotal am Oberlauf des Euphrats in Ostanatolien geerntet. In unserem geschützten, auf tausend Höhenmeter liegender Plantage und von bis zu 3000m hohen Bergen umgebenen Seitental des Euphrats haben wir klimatisch ausgezeichnete Bedingungen für den Aprikosenanbau. Die Trocknung geschieht ausschließlich durch die Sonne ohne Öfen. Dadurch können wir beste Fruchtqualität zusichern.

Das Frühjahr ist niederschlagsreich, die Bäume wurden gut mit Nährstoffen versorgt, und die Früchte bekommen dadurch eine sehr gute Qualität. Da der Winter und das Frühjahr so wichtig für die neue Ernte sind, wird zu dieser Zeit das große Newroz-Fest (ähnlich zu unserem Osterfest) gefeiert.

Yusuf steuert und überwacht die Ernte. In mehreren Wellen werden immer nur die reifen Früchte von den Bäumen geschüttelt. Das dauert zwar länger und ist mühsamer, aber nur so kann unsere beste Qualität “extra extra” mit gleichmäßiger Fruchtreife erzeugt werden, denn nur die “Baumreife” sorgt für den optimalen Gehalt an Vitalstoffen!

Bäume mit tief runter hängenden Ästen warten auf die Männer, die die Bäume kräftig aber gefühlvoll schütteln. Es prasselte nur so auf die darunter ausgelegten Tücher. Die Lese per Hand sichert, dass nur die reifen Früchte geerntet werden! Eine maschinelle Ernte holt jede Frucht vom Baum egal ob reif oder nicht!

Die Frauen sammeln die reifen Früchte in die Obstkisten und Yusuf fährt sie mit dem Traktor zum 1. Trocknungsplatz: ein Feld voller Aprikosen! Hier bleiben sie 3-4 Tage in der Sonne liegen, bis die festen Früchte “nachreifen”, dann sind sie weich genug um den Stein mit der Hand herauszudrücken.

Für diese Vortrocknung benötigen wir 1000 qm Baumwolltücher, die immer wieder mit neuen Früchten für ca. 3-4 Tage belegt werden.

Nach dem Herausdrücken der Steine kommen die Aprikosen für 3-4 weitere Tage zur Endtrocknung auf unser 30 m langes Trocknungsgestell. Während des Entsteinens werden schon erste Qualitäten separiert.

Auch die Aprikosenkerne werden in der Sonne getrocknet und anschließend mit Maschinen geknackt. Viele fleißige Hände reinigen die geknackten Kerne von den Schalenresten.
Die getrockneten Aprikosen werden per LKW in den befreundeten Bio-zertifierten Betrieb “Diyar-Tarim” gefahren. Dieser ausgezeichnete Betrieb mit Kühlhaus lagert, wäscht, sortiert und verpackt unsere wertvollen Früchte. Hier werden unsere verschiedenen Qualitäten und Größen sortiert. Abgepackt in 12,5 kg Kartons verladen wir die Früchte auf Paletten, die Kerne füllen wir in 25 kg Säcke. Alles zusammen bringt der Kühl-Transporter Richtung Regensburg.

Der große Lastzug, beladen mit 20.000kg benötigt ca. eine Woche, bis er von Malatya, Ostanatolien in Regensburg ankommt. Hier in unserem Kühlhaus wird alles eingelagert und wartet darauf zu Ihnen zu gelangen! Natürlich war es ein großes Ereignis für die ganze Gegend und auch wir haben uns über diese besonderen Gäste sehr gefreut.

Eine besondere Auszeichnung für dry fruit.
Unsere Pionierarbeit für den Bio-Anbau von Aprikosen in der Osttürkei ist mit einer staatlichen Auszeichnung belohnt worden. Besonders Rabia und Yusuf sind sehr stolz darauf, dass Ihre oft mühevolle Arbeit öffentlich anerkannt wird. Freuen Sie sich mit uns und genießen Sie die wundervollen Früchte.

Schauen Sie sich den ARTE-Film über unsere Aprikosenernte am Euphrat an:

Anatolien, das Land wo die Aprikosen blühen 

Götz Lück und Ihr dry fruit-Team in Deutschland und der Türkei