Posted on Leave a comment

Aprikosenernte 2021

Entsteinte Aprikosen fertig getrocknet

Im Winter hatte Yusuf, reagierend auf den Klimawandel, alte und wenig tragende Aprikosenbäume gerodet und dafür weiße und schwarze Maulbeerbäume gepflanzt. Dementsprechend fiel die Aprikosenernte gering aus. Glücklicherweise haben die jungen Aprikosenbäume des neuen Gartens einen guten Ertrag und er wird wohl für dieses Jahr reichen. Das Klima in Ostanatolien ist in den letzten Jahren immer trockener geworden und die Niederschläge im Winter oft ohne Schnee, dafür häufig heftiger und schnell abfließend, so dass das Grundwasser kaum aufgefüllt wurde. Maulbeerbäume kommen mit dem geringeren Niederschlag besser zurecht, und können trocken Phasen besser durchstehen. Durch diese Umstellung eines Teils der Plantage wird sich auch in der Sommerzeit die Ernte verändern. Für die Ernte der Maulbeeren und ihrer Verarbeitung werden weniger Helfer benötigt und Rabia und Yusuf freuen sich auf die entspannteren Sommer in den folgenden Jahren!

Schwarze Maulbeeren vor der Reife

Corona ist natürlich auch in der Türkei das bestimmende Thema. Dort wie auch hier gibt es viele ungeimpfte Menschen, die nun vorwiegend die Intensivbetten der Krankenhäuser belegen. Die Regierung wirbt für die dritte Impfung und angeblich gibt es genügend Dosen von Biontech im Land. Allerdings steckt die Wirtschaft in einer kräftigen Krise und die Türkische Lira hat einiges an Wert verloren. Wer Geld hat kauft Dollar oder Euro wartet ab, und entzieht dadurch der Kreislaufwirtschaft Geld, so dass die Wirtschaft noch stärker in die Knie geht. Yusuf und Rabia spüren es an den fehlenden Kunden in den beiden Geschäften in der Stadt. Wir hoffen, dass sich bald die Situation zum Besseren wendet!

weiße Maulbeeren

Sohn Muhamed ist im Herbst ins Gymnasium übergetreten und Rabia und Yusuf hatten sich für eine bessere Privatschule entschieden, wie es für viele aus der Mittelschicht üblich ist. den staatlichen Schulen wird nicht so viel zugetraut, vor allem was die Digitalisierung betrifft. Leyla konnte endlich ihr Studium der Molekular-Biologie «richtig» in der Stadt Elazig beginnen, wohnt nun im Studentenwohnheim, lernt ihre KommilitonInnen kennen und auf eigenen Füßen zu stehen. Elanur ist auch wieder in Rize am schwarzen Meer und hofft, dass Sie bald als Lehrerin fertig wird. Sie interessiert sich sehr für Literatur und liest mit Begeisterung viele Klassiker um mithalten zu können. Sie kommt ja aus einem einfachen Dorf in dem Bildung nicht verbreitet ist, Vater und Mutter sind wie damals üblich nur 4 Jahre in die Dorfschule gegangen! Außerdem interessiert sie sich sehr für Geschichte. Wir sind stolz auf ihre Entwicklung und die Zielstrebigkeit mit der sie ihren Weg geht. Sie wird bestimmt einmal eine gute Lehrerin!

Jede Woche werden Öle gepresst: Aprikosenkernöl, Leinöl, Hanföl sowie Schwarzkümmelöl, immer für Sie frisch!

Schreiben Sie einen Kommentar