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Auf und ab in der Coronazeit

Nach 3 Monaten Lockdown, mit anfangs teilweiser Panik vor dem Unbekannten haben wir uns langsam ans Abstandhalten und die Maske gewöhnt. Die Lockerungen nehmen wir dankbar an und hoffen, dass wir bald Urlaub machen können, und dass kein neuer Lockdown auf uns zukommt!

Für uns war die Anfangsphase im März sehr schwierig. Wir hatten nicht mit den vielen überfallartigen und zum Teil großvolumigen Aufträgen gerechnet, so dass unsere Vorräte nach kurzer Zeit derart schrumpften, dass wir schnell unser Lager auffüllen mussten. Wie häufig in solchen Situationen, stiegen bei den Importeuren die Preise stark an, denn im März stellte sich dazu heraus, dass durch Frosteinbruch in der Osttürkei die Aprikosenernte wohl schlecht ausfallen wird. Die höheren Einkaufspreise haben wir nicht alleine auffangen können, und mussten teilweise die Verkaufspreise anheben. Nun nach den 3 Monaten sind die Bestellungen wieder “normaler” geworden. Unser Lager ist gut gefüllt und wir können wieder bis auf wenige Ausnahmen alle Bestellungen wie gewohnt spätestens am nächsten Tag senden.

Wir haben unsere Ölmühle mehr genutzt und bieten Ihnen jetzt auch Lein- und Hanföl sowie Lein- und Hanfsamen an. Zusätzlich haben wir noch für die Grundversorgung Hülsenfrüchte und Bulgur in unser Programm aufgenommen. Da wir keine süßen Aprikosenkerne mehr importieren konnten, sind wir auf Mandeln umgestiegen.

Durch das Verbot in der EU bittere Aprikosenkerne an den Endverbraucher abzugeben, haben wir auf Aprikosensamen umgestellt und diese importierten Samen sind leider zum größeren Anteil süß gewesen. Das lag einfach daran, dass die Bauern ihre Samen nicht mehr in bittere und süße Kerne sortiert hatten! Nun haben wir wieder Lieferanten gefunden, die nach unseren Vorgaben sortiert haben, und diese gute und bittere Qualität können wir Ihnen ab der 2. Junihälfte anbieten!

Im Euphrattal sind die schweren Erdbebenschäden vom Januar zum großen Teil wieder beseitigt und auch viele Häuser neu gebaut worden oder sind noch in Arbeit. Auch Schäden auf unserer Plantage werden von Yusuf und seinem Helferteam ausgebessert oder auch ganz neu gebaut. Dazu gehören vor allem Stützmauern an Wegen, die wir vor vielen Jahren mit Natursteinen und Lehm und nicht mit Beton gemauert hatten, um Insekten viele Nistmöglichkeiten zu bieten. Die Erde ist allerdings im Euphrattal noch nicht zur Ruhe gekommen und immer wieder gibt es Erdstöße, glücklicherweise ohne größere Schäden anzurichten.

Auch bei uns wird dieses Jahr die Ernte geringer ausfallen, aber wir hatten im letzten Jahr noch einen schönen Garten vom Nachbar dazugekauft, so dass wir hoffen, den geringeren Ertrag durch den Frostschaden im Frühjahr etwas ausgleichen zu können.

Auch in der Türkei sind die Menschen von Corona betroffen. Die Regierung hatte dem Land auch einen zeitweise Lockdown verordnet und so die Situation ähnlich wie bei uns etwas entspannen und lockern können. Bis es aber wieder “normaler” wird, müssen wir noch etwas warten. Doch auch hier sinkt die Erkrankungsrate und wir warten darauf, dass Flüge wieder möglich sein werden. Rabia und Yusuf haben sich aufgeteilt: Rabia ist mit den Kindern in Malatya geblieben und kümmert sich um die zwei Geschäfte. Yusuf ist auf der Plantage und führt die oben beschriebenen Arbeiten durch, und schon in etwa zwei Wochen wird die neue Aprikosenernte beginnen! Die Maulbeeren reifen auch schon.

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