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Trauer im Euphrattal

Liebe Garten Eden Freundinnen und Freunde,

als ich am Freitagabend zum ersten Mal von einem Erdbeben in der Osttürkei erfuhr, war die Befürchtung groß, dass auch wir mit unserer Region betroffen sind! Ein Anruf bei Yusuf bestätigte die Sorge: unser Ciro- Tal liegt ca. 50 km vom Epizentrum entfernt. Zum Glück für uns, war Mohamed mit seiner Familie nicht auf der Plantage und auch Yusuf ist mit Rabia und den Kindern in Malatya. Glücklicherweise ist unser Haus in Malatya erdbebensicher bis zu einer Stärke von 10 erbaut worden. Die Familie war um 21 Uhr im Haus versammelt als das schwere Beben ca. 15 Sek. anhielt. Das Haus wackelte so stark, das das Geschirr aus den Schränken flog und Schränke umfielen, aber glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Die Nachricht aus unserem Tal war allerdings recht traurig: 2 Freunde aus Gökce, ca. 10 km entfernt, sowie 3 Tote in Doganyol, unsere Provinzhauptstadt, sowie viele eingestürzte oder unbewohnbar zerstörte Häuser auch in unmittelbarer Nähe unserer Plantage bei unserem Nachbarn ist das traditionell erbaute Elternhaus zusammengebrochen, sowie das Haus des Neffen von Fischer Mehmet . Auch hier ist glücklicherweise niemand in den Häusern gewesen. Unser Haus auf der Plantage hat nur ein paar kleinere Risse abbekommen und steht noch recht stabil.

Das 3-stöckige Haus von Yusufs Schwester Nürsel ist unbewohnbar und muss abgerissen werden. Jetzt nach 4 Tagen zeigt sich, dass trotz der großen Stärke des Bebens und der vielen zerstörten Häuser doch relativ wenig Opfer zu beklagen sind. Relativ deshalb weil z.B. das Große Beben 1999 in Gölcük nahe Istanbul mit mehr als 18.000 Tote und 50.000 Verletzten eine Riesenkatastrophe war.

Offiziell sind jetzt 41 Tote und mehr als 1.000 Verletzte zu beklagen. Belastend ist es für die Leute, weil noch fast 1.000 Nachbeben kamen und immer noch kommen, darunter auch einige heftige Stöße. Das bedeutet, dass das schwere Trauma auf hohem Niveau anhält!

Wir trauern mit den Menschen und hoffen, dass die Erde sich bald beruhigt und ein Wiederaufbau starten kann, und das Trauma dadurch etwas nachlässt.

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