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Die legendären Hunza

Die Menschen im Hunzatal, auch: “Das Tal der Hundertjährigen”, erfeuen sich meist bis zu Ihrem Lebensende, das nicht selten weit über 100 ist, einer hervorragenden Gesundheit bei lebenslanger Vitalität.

Die erstaunlichen Hunzakuts im Karakorum, Pakistan

Seit der Entdeckung des Hunzatals Ende des 19. Jh. mit dem Stamm der Hunzakuts durch westliche Forscher, stellt man sich die Frage was die Ursache der aussergewöhnlichen Gesundheit und ihrer sehr hohen Lebenserwartung ist.
Und natürlich folgten viele Antworten. Sicher sind viele Umstände dafür verantwortlich, den Hauptteil bildet aber wohl die ausgewogene Ernährung. Da die Hunzas viele Aprikosenbäume in Ihren Gärten anbauten, wurde schon früh vermutet, dass die Aprikosen mit ihren Kernen einen großen Anteil an der erstaunlichen Vitalität und Gesundheit haben mussten.

Dr. R. McCarrison besuchte Anfang des 20. Jh. das unzugängliche Tal, um dort eine Station zur medizinischen Versorgung der Einwohner sicherzustellen. Er berichtete, dass es kaum Kranke zu versorgen gab. Verletzungen und Augenerkrankungen, die häufig auftraten in großer Höhe und langen Wintern mit Schnee, waren die häufigsten Behandlungen, von denen er berichtete. Bircher nannte die Hunzas auch das Volk das keine Krankheit kennt.

Die Linguisten Lorimers lebte mehr als ein Jahr bei den Hunzas und berichtete, dass sie selten Fleisch aßen, auch Molkereiprodukte wie Butter oder Käse tauchte nicht häufig auf dem Speiseplan auf. Sie ernährten sich vorwiegend von dem was der Boden hergab: Vollkorn-Getreide, Gemüse und Obst. Aus den Aprikosenkernen pressten sie Öl für die Küche, Zucker war unbekannt. Trotz der harten Arbeit werden sie als freundliche und fröhliche Menschen geschildert, die bei Expeditionen als Träger sehr begehrt waren, da klaglos auch schwierigste Strecken bewältigten und abends trotzdem noch Fröhlichkeit ausstrahlten.

Das Ehepaar Lorimers berichteten über jährliche Not- und Hunger-Zeiten, da die Vorräte nicht bis zum Frühjahr reichten.

Die Hunzas regten Dr. McCarrison dazu an in seiner Forschungsstation Coonoor Experimente mit Ratten durchzuführen, um den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit der Menschen zu belegen.

Das Coonoor Experiment:

A GOOD DIET AND A BAD ONE:
AN EXPERIMENTAL CONTRAST 1927

McCarrison teilte Ratten in zwei Gruppen: eine “Hunza”- und eine “London”-Gruppe, und hat sie mit der jeweils landestypischen Kost ernährt.
So bekam die Hunzagruppe (good diet) viel rohes Gemüse und Dörrfrüchte (Aprikosen & Aprikosenkerne), Vollkorn-Getreide (Hirse…), Hülsenfrüchte, nur selten Fleisch und Ziegenmilchprodukte.
Ganz anders die Londongruppe (bad diet). Sie ernährten sich vorwiegend von Fleisch, Weissbrot, Kuhmilchprodukten, Marmelade und Süßigkeiten.
Die Ratten konnten fressen soviel sie wollten. Es mangelte ihnen auch sonst an nichts.

Das erstaunliche Ergebnis

Natürlich hatte man stark variierende Ergebnisse erwartet, allerdings nicht in solch krasser Form.
Die Hunzagruppe blieb kerngesund bis ins hohe Alter.
Ganz anders bei den “Engländern”.
Die Londongruppe hingegen lief völlig aus dem Ruder. Sie waren von Haarausfall, Karies, Entzündungen, Krebs und allen uns bekannten Zivilisationskrankheiten geplagt. Erschreckend war in dieser Gruppe vor allem der Kannibalismus, obwohl ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden war!

Als der Schweizer Ralph Bircher von diesen Experimenten erfuhr, nahm er Kontakt mit McCarrison auf, um aus erster Hand davon zu erfahren. Die Ergebnisse inspirierten ihn dazu Bücher zu schreiben und Ernährungsvorschläge zu veröffentlichen: das “Bircher-Müsli” mit Vollkorngetreide und Milch. Diese Form der Ernährung hat sich schnell über die westliche Welt verbreitet und wird von vielen Menschen noch heute angewendet!